Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die jedoch nicht zwingend an der Börse gehandelt werden müssen. Es handelt sich zudem wie bei einem Bankkredit um Fremdkapital. Der Besitzer der Anleihen vergibt wie die Bank einen Kredit, er ist somit kein Miteigentümer des Unternehmens. Als Gegenleistung erhält der Besitzer einen festen Zinssatz, der am Ende der Laufzeit zurückgezahlt wird. Der Anleihemarkt bietet demnach eine Möglichkeit der Geldanlage. Auch einem Staat können Anleihen geliehen werden. Der Anleihemarkt wird häufig auch als Rentenmarkt bezeichnet.

Welcher Zinssatz wird gezahlt?

Es wird je nach Gestaltung einer Anleihe ein individueller Zins gezahlt. Wie hoch dieser Zins ist und in welchen Abständen die Erträge ausgeschüttet werden, wird in den Anleihebedingungen festgesetzt.

Neben der oben beschriebenen klassischen Anleihe gibt es auch folgende Sonderformen:

  • Wandelanleihen: Am Ende der Laufzeit können die Inhaber die Anleihen in Aktien umtauschen
  • Nullkuponanleihen: Der Anleger erhält die Anleihen unter dem Nennwert, jedoch keine Zinsen. So würde man zum Beispiel für ein Wertpapier, das mit 100 Euro zurückgezahlt wird, lediglich 80 Euro zahlen.
  • Annuitätenanleihen: Das ist das Gegenstück zu den oben beschrieben Nullkuponanleihen. Zu den Zinsen wird zusätzlich ein Teil der Anleihen zurückgezahlt. Die Rückzahlung am Ende der Laufzeit entfällt jedoch dabei. Wenn die Tilgung nicht gleichmäßig erfolgt, sondern lediglich in bestimmten Zeiträumen, dann spricht man von Tilgungsanleihen.

Sind Anleihen eine sichere Kapitalanlage?

  • Anleihen haben geringere Kursschwankungen als Aktien, Derivate und Fonds
  • Schuldner mit schlechter Zahlungsfähigkeit (z.B. Krisenstaaten oder „Emerging Markets„)
  • müssen erhöhte Zinsen zahlen
  • Überwiegend gelten Anleihen als sehr sichere Kapitalanlage
  • Es gibt auch Anleihen mit erhöhtem Risiko
  • Auch ein Totalverlust ist möglich, wenn der „Schuldner“ Pleite geht

Warum gibt es Anleihen und was ist ihr Vorteil?

  • Staaten und Unternehmen brauchen mehr Geld als ihnen zur Verfügung steht
  • Mit Anleihen kann man regelmäßig durch Zinszahlung Geld verdienen
  • Im Vergleich zu Banken sind Anleihen der einfachere, schnellere und günstiger Weg, um Geld zu bekommen

Folgende Faktoren nehmen Einfluss auf die Kursentwicklung von Anleihen

  • Die Anleihen steigen mit hohem, festen Zinssatz, wenn die allgemeinen Zinsen sinken
  • Wenn die allgemeinen Zinsen jedoch steigen, sinken die Anleihen mit hohem, festen Zinssatz
  • Die Kurse schwanken stärker je länger die Restlaufzeit der Anleihe beträgt
  • Bei Anleihen mit einer Fremdwährung kann es zudem zu Währungsschwankungen kommen.

Zusammenfassung

  • Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere und somit Fremdkapital
  • Gegenleistung sind regelmäßige Zinszahlungen
  • Sonderformen: Wandelanleihen, Nullkuponanleihen und Annuitätenanleihen
  • Anleihen sind überwiegend sichere Kapitalanlagen
  • Risiken: Pleite des Schuldners, Währungsschwankungen und allgemeine Schwankungen bei der Kursentwicklung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *