Als Beschaffungsmarkt wird der Markt bezeichnet, auf dem sich Unternehmen vor Beginn ihrer eigenen Produktion Rohstoffe, Arbeitskräfte, Produktionsmittel und Kapitel beschaffen, die von anderen Unternehmern und Verkäufern dort angeboten werden.

Wechselwirkung von Beschaffungsmarkt und Absatzmarkt

Der Beschaffungsmarkt ist für die dort verkaufenden Teilnehmer der Absatzmarkt. Der Beschaffungsmarkt ist aus unternehmerischer Sicht der Markt schlechthin, in dem Unternehmen mit anderen Unternehmen und Anbietern von Dienstleistungen in Beziehung treten. Der Beschaffungsmarkt setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Man unterscheidet die Beschaffung von Rohstoffen, Hilfsstoffen und Halbfertigprodukten auf den sogenannten Gütermärkten, von Finanzierungen auf dem Kapitalmärkten und von Arbeitskräften auf den Arbeitsmärkten.

Auch Maschinen und Produktionsanlagen sowie alles für den Produktionsablauf Notwendige bezieht der Unternehmer auf dem Beschaffungsmarkt. Der der Produktion vorgelagerte Beschaffungsmarkt bildet damit die Grundvoraussetzung für ein Unternehmen, eigene Produktionsabläufe überhaupt sicher stellen zu können.

Der Beschaffungsmarkt: Wirtschaftsphänomen

Traditionell agierten Unternehmen weitgehend autark. Zwar hatten auch sie Bezugsquellen für Rohstoffe und Maschinen, aber die Verflechtungen waren weit weniger komplex und geographisch überschaubarer als heute. Erst durch die Massenproduktion und die Konkurrenz um immer günstigere Produkte wurden Unternehmer gezwungen, ihre Suche nach neuen Beschaffungsmärkten zu intensivieren.

Die zunehmende wirtschaftliche Integration und die mit dem Fall von Zollgrenzen verbundenen weltweiten wirtschaftlichen Zusammenschlüsse und Verstrickungen verstärken diesen Prozess zusätzlich. Auch die sogenannten neuen Medien, die eine grenzenlose Kommunikation ohne Zeitverzögerung ermöglichen, tragen zu dieser Entwicklung bei. Der moderne Beschaffungsmarkt kennt damit keine Grenzen mehr und verändert sich ständig.

Marktstruktur und Marktlage verändern sich laufend

Die Ausgangsbedingungen für Unternehmer sind weitgehend instabil. Die Preise für Energie und Rohstoffe unterliegen starken Schwankungen. Deshalb muss der Unternehmer die Risiken und Chancen des Beschaffungsmarktes außerordentlich gut kennen, um seine betriebliche Prozesskette optimal zu gestalten. Auch die Standortwahl spielt dabei eine immer größere Rolle, da die Transportkosten ein entscheidender Wirtschaftsfaktor sind. Die Beschaffungskosten liegen bei den meisten Unternehmen bei über 50 % der Gesamtkosten.

Um diese niedrig zu halten, sind Unternehmer dazu angehalten, die Beschaffungsmärkte ständig neu zu sondieren und zu wechseln. Auch das Beschaffungsvolumen der Unternehmen wächst. Der moderne Beschaffungsmarkt ist global. Diesen weltweiten Bezug von Rohstoffen, Arbeitskräften, Arbeitsmaterialien, Energie sowie Vor- und Teilprodukten nennt man Global Sourcing.

Zusammenfassung

  • als Beschaffungsmarkt wird der Markt bezeichnet, der der Produktion vorgelagert ist
  • hier beschafft sich der Unternehmer alle Rohstoffe, finanziellen Mittel, Vorprodukte, Arbeitsmittel und Arbeitskräfte, die er für seinen Produktionsprozess braucht
  • für die Anbieter auf dem Beschaffungsmarkt ist dieser Markt der Absatzmarkt
  • der moderne Beschaffungsmarkt ist global und verändert sich permanent

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