Mit dem Begriff der Durchlaufterminierung wird die Planung der Herstellung eines Produkts bezeichnet, bei die benötigte Zeiten für einzelne Arbeitsschritte im Mittelpunkt steht. Sie umfasst also die zeitliche Planung der Produktion. Die Zeit bis zur Fertigstellung des Produktes wird Durchlaufzeit genannt.

Vorwärts- und Rückwärtsterminierung

Vorwärts- und Rückwärtsterminierung werden als unterschiedliche Arten der Durchlaufterminierung unterschieden.

  1. Bei der Vorwärtsterminierung geht man von einem Startzeitpunkt aus. Dieser Startzeitpunkt kann beispielsweise die Auftragsvergabe oder die Kundenbestellung sein. Mit der Durchlaufterminierung ist es nun möglich, die Zeitpunkte und Zeitspannen für einzelne Arbeitsschritte festzulegen. Im Ergebnis der Vorwärtsplanung kann vor Beginn der Produktion ein Zeitpunkt genannt werden, wann das Endprodukt fertiggestellt ist. Logistik und Lagerhaltung können diese Angaben nutzen, um Lagerung und Auslieferung zu planen. So kann beispielsweise der Käufer eines Neuwagens schon bei der Bestellung über den Lieferzeitpunkt informiert werden.
  2. Bei Produkten, die zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar sein müssen, kommt hingegen die Rückwärtsterminierung zum Einsatz. Damit beispielsweise das Weihnachtsgebäck im Herbst in den Läden vorhanden ist, werden mittels der Rückwärtsterminierung die einzelnen Produktionsschritte und die Lieferung vom Zeitpunkt der Lieferung geplant. So wird festgelegt, wann mit Vorarbeiten und Produktion begonnen werden muss.

Durchlaufterminierung und Arbeitsschritte

Einfache Modelle der Durchlaufterminierung gehen davon aus, dass ein Arbeitsschritt nach dem anderen gemacht wird. Auch den Arbeitsschritt A folgt B und C und so weiter. Bei jedem Arbeitsschritt wird die benötigte Zeit berechnet und zu den Zeiten addiert, die die anderen Arbeitsschritte benötigen. Werden für die Arbeitsschritte A, B und C jeweils fünf Tage benötigt, beträgt die Durchlaufzeit 15 Tage.

In der Realität kommt es aber häufig zu komplizierten Strukturen, wenn das Endprodukt sich aus unterschiedlichen Produkten zusammensetzt, die parallel gefertigt werden können. Beispielsweise setzt sich das Endprodukt aus den Produkten A und B zusammen. Für A und B werden 5 bzw. zehn Arbeitstage benötigt. Hier summieren sich die Durchlaufzeiten nicht auf 15 Tage, wenn A und B gleichzeitig in den jeweiligen Abteilungen hergestellt werden können. Vielmehr beträgt die Durchlaufzeit in diesem Beispiel nur 10 Tage.

Durchlaufterminierung muss den gesamten Produktionsprozess erfassen

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, bei der Durchlaufterminierung nicht nur die einzelnen Arbeitsschritte zu erfassen, die zur Fertigstellung des Endproduktes benötigt werden. Ebenso wichtig ist es, zu beachten, welche Schritten parallel erfolgen können, um so eine möglichst kurze Durchlaufzeit zu erreichen.

Zusammenfassung

  • Durchlaufterminierung ist die zeitliche Planung der Produktion
  • Bei der Vorwärtsterminierung wird ab Bestellung oder Auftragsvergabe geplant, bei der Rückwärtsterminierung ist der gewünschte Zeitpunkt der Fertigstellung Grundlage der Rechnung.
  • Neben der Zeit, die einzelne Arbeitsschritte benötigen, muss berücksichtigt werden, welche Arbeitsschritte gleichzeitig vorgenommen werden können.

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