Wirtschaftliche Güter (Produkte und Dienstleistungen) werden zu einem Gleichgewichtspreis gehandelt, wenn die Menge der zu diesem Preis angebotenen Güter genau der Menge Güter entspricht, die zu diesem Preis nachgefragt werden. Der Gleichgewichtspreis gilt als optimaler Preis. Denn wenn sich dieser Preis einstellt, befindet sich der Markt im vollkommenen Gleichgewicht. Zum einem wird die Nachfrage nach einem Produkt befriedigt und zum anderen kann das Angebot abgesetzt werden. Angebotsüberschuss und Nachfrageüberhang treten nicht auf.
Gleichgewichtspreis

Bildung des Gleichgewichtspreises

Der Gleichgewichtspreis ergibt sich aus dem Schnittpunkt der Nachfragefunktion mit der Angebotsfunktion. Bei der Nachfragefunktion nimmt die Zahlungsbereitschaft für ein wirtschaftliches in der Regel mit steigenden Preisen ab. Denn je höher der Preis ist, desto weniger Kunden sind bereit, diesen Preis zu bezahlen.

Beim Angebot besteht ein umgekehrter Zusammenhang, denn mit steigenden Preisen wächst die Bereitschaft der Produzenten mehr Produkte anzubieten, um den Ertrag zu erhöhen. Die fallenden Nachfragefunktion und die steigende Angebotsfunktion schneiden sich in genau einem Punkt, an dem eine bestimmte Menge zu einem bestimmten Preis angeboten und nachgefragt wird. Dieser Preis ist der Gleichgewichtspreis.

Reaktionen auf Preise, die keine Gleichgewichtspreise sind

Liegt der tatsächliche Preis über dem Gleichgewichtspreis werden mehr Produkte angeboten, als nachgefragt werden. Die Anbieter müssen den Preis senken. Liegt indes der tatsächliche Preis unter dem Gleichgewichtspreis, übersteigt die Nachfrage das Angebot. Die Käufer müssen einen höheren Preis bezahlen. Nur wenn der tatsächliche Preis dem Gleichgewichtspreis entspricht, befinden sich auch Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht.

Annäherung an den Gleichgewichtspreis durch Preisanpassungen

Der Gleichgewichtspreis ist in der realen Wirtschaftswelt eine Ausnahme. Denn sein Zustandekommen setzt zum einem vollkommene Transparenz über Nachfrage und Angebot sowie eine vollkommene Verfügbarkeit von Alternativen voraus. Mangels Transparenz kennen Produzenten und Käufer den Gleichgewichtspreis nicht.

Er muss durch mehrere Preisanpassungsrunden gefunden werden. Dazu wird das Produkt zu einem Preis angeboten. Ist dieser Preis zu hoch oder zu niedrig, entsteht ein Angebotsüberschuss bzw. ein Nachfrageüberhang. Durch Preisanpassung versuchen Produzenten und Käufer auf diese Entwicklung zu reagieren. Im Ergebnis wird ein Preis gefunden, der dem Gleichgewichtspreis entspricht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Gleichgewichtspreis ist der Preis, bei dem Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht sind.
  • Liegt der tatsächliche Preis über dem Gleichgewichtspreis entsteht ein Angebotsüberschuss.
  • Bei einem Preis unter dem Gleichgewichtspreis bildet sich ein Nachfrageüberhang.
  • In der Theorie ergibt sich der Gleichgewichtspreis aus dem Schnittpunkt von Nachfrage- und Angebotsfunktionen.
  • In der Praxis wird der Gleichgewichtspreis durch Preisanpassungsrunden gefunden.

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