Bei der lateralen Diversifikation handelt es sich um eine Marktbearbeitungsstrategie, bei der ein Unternehmen neue Produkte auf für das Unternehmen neuen Märkten in den Markt bringt. Diese Strategie ist meist das Ergebnis einer gründlichen Situationsanalyse bzw. der Feststellung von Stärken und Schwächen des Unternehmens.

Gründe für die laterale Diversifikation

Eines der in den letzten fünf bis zehn Jahren aktuellsten Beispiele für die laterale Diversifikation sind die Herausforderungen vor denen die Automobilindustrie steht. Gestiegenes Umweltbewusstsein und zeitweise sehr hohe Preise für fossile Brennstoffe deuteten darauf hin, dass das bisherige Geschäftsmodell nicht mehr unbeschränkt in die Zukunft fortgeschrieben werden kann. Und die PS- und margenstarken Fahrzeuge bald nicht mehr die Hauptsäule der Gewinn- und Verlustrechnung sein könnten.

Deshalb ergriff die Automobilindustrie vielfache Initiativen, um mit vollkommen neuen Produkten Erträge zu erzielen: Apps sollen der Einstieg in die Dienstleistung der Reisevermittlung (=Provisionsüberschuss) sein, Carsharing-Angebote mit vollkommen neuen Fahrzeugen sollen den Gedanken individueller Mobilität zurück zu den Menschen bringen. Zusätzlich möchte die Automobilindustrie in die Verwertung der bei den täglichen Fahrzeugbewegungen von Millionen Kunden entstehenden Daten einsteigen und dadurch erhebliche Gewinne realisieren.

Gründe für die laterale Diversifikation sind deshalb neben einer Risikostreuung auf verschiedene Produkt- und Geschäftsfelder oder das Investment liquider Mittel oftmals auch Bedrohungen für die bisherigen Geschäftsfelder oder Produkte.

Erfolgs- und Risikobewertung bei der lateralen Diversifikation

Die laterale Diversifikation ist im Gegensatz zu einer Sortimentsabrundung oder der Bearbeitung von Nischenmärkten eine der risikoreichsten – aber oft auch lohnendsten Strategien. Dies liegt daran, dass das Unternehmen in jeder Hinsicht Neuland betritt und sich von den Porduktingredienzen, -zutaten und dem Erlernen einer effizienten Produktion jeden einzelnen Schritt neu beibringen muss. Handelt es sich um eine laterale Diversifikation in einen bereits bestehenden Markt, dann gibt es Mitbewerber und weitere Markteintrittsbarrieren, die vor einer erfolgreichen Marktbearbeitung erst zu überwinden wären.

In den meisten Fällen der lateralen Diversifikation entstehen durch Produktentwicklung und die Markteinführungskosten erst einmal rote Zahlen, die erst später abgetragen werden können. Bei der lateralen Diversifikation handelt es sich deshalb um eine Unternehmensstrategie, die eher auf den mittel- als den kurzfristigen Erfolg abzielt.

Zusammenfassung laterale Diversifikation

  • Bei der lateralen Diversifikation werden für ein Unternehmen neue Märkte mit neuen Produkten bedient
  • Es handelt sich um eine eher mittelfristige Strategie
  • Sie basiert auf enormen Vorbereitungen und Ressourceneinsatz bei Entwicklung und Markteinführung

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