Mit dem Begriff „lean production“ (dt. „schlanke Produktion„) bezeichnet man den sparsamen und effizienten Einsatz von Ressourcen wie Betriebsmitteln, Personal, Werkstoffe und Zeit bei allen Unternehmensaktivitäten. Der Begriff wurde 1992 durch die Schriften von James P. Womack, Daniel T. Jones und Daniel Roos in die wirtschaftswissenschaftliche Diskussion eingeführt. Die Autoren sahen in der schlanken Produktion, die sie in den 1980er Jahren bei Automobilkonzernen beobachteten die „zweite Revolution in der Automobilindustrie„. Tatsächlich sind die Grundgedanken einer schlanken Produktion sehr viel älter.

Ziel der Lean Production

Das Konzept einer schlanken Produktion zielt darauf, durch sparsamen und effizienten Einsatz der Produktionsfaktoren den Output und die Qualität der hergestellten Produkte zu optimieren. Insofern kommt in diesem Konzept das alt bekanntes Streben jedes Fabrikanten zum Ausdruck, die Produktion zu rationalisieren. Insbesondere zeichnet sich die Strategie der schlanken Produktion durch vier Merkmale aus:

  1. Verbesserung der Produktivität durch effektivere Nutzung der Produktionsfaktoren. Dieses Ziel kann unter anderem durch Optimierung der Herstellungsverfahren, den Abbau nicht ausgelasteter Personalkapazitäten, eine Verschlankung der Verwaltung, durch kürzere Durchlaufzeiten und weitere Maßnahmen zur Rationalisierung erreicht werden.
  2. Im Rahmen der schlanken Produktion werden die Lagerbestände so weit wie möglich abgebaut und Rohstoffe und Zwischenprodukte nur in dem Umfang bevorratet, indem sie schnell und effizient verwendet werden können. Grundlage für diese Form der Lagerhaltung stellen Just-intime-Lieferungen dar.
  3. Die Qualität der hergestellten Produkte wird im Konzept der schlanken Produktion nicht nur durch die optimierten Herstellungsverfahren erhöht. Eine optimierte Qualitätskontrolle und der effiziente Umgang mit Ausschuss und Produktfehlern flankieren das Konzept.
  4. Schließlich wird die schlanke Produktion durch eine vergleichsweise große Flexibilität hinsichtlich der Produktionsfaktoren, Produktionsmengen und Produktvarianten gekennzeichnet. Die Flexibilität erlaubt es, schnell auf unerwartete Schwankungen bei den Zulieferern, in der eigenen Produktion und auf dem Markt zu reagieren.

Grenzen des Konzeptes

Als in den 1980er Jahren das Konzept der schlanken Produktion in der Automobilindustrie entwickelt wurde, konnten sich die Autohersteller auf einen stabilen Markt für ihre Produkte verlassen. Das Konzept beschränkte sich gänzlich auf die Effizienz in der Herstellung.

Kleine Schwankungen auf dem Markt der Produktionsfaktoren und Produkte können durch die vergleichsweise große Flexibilität ausgeglichen werden. Größeren Störungen in der gesamten Wirtschaftslage kann jedoch kaum begegnet werden, da in der Regel keinerlei Ressourcen für die „schlechten Zeiten“ bereitstehen. Insbesondere kann das Konzept keine Antwort darauf geben, wie auf einen unerwarteten Umsatzrückgang reagiert werden soll.

Ein weiterer, häufig formulierter Kritikpunkt an der schlanken Produktion zielt darauf, dass diese Produktionsform durch die Just-intime-Lieferungen zu einer deutlichen Zunahme des Verkehrs und damit zu einer deutlichen Zunahme von Emissionen führt. Denn die Zahl der Transporte steigt, während die Auslastung der Transporte abnimmt.

Zusammenfassung

  • Lean Production bezeichnet eine „schlanke Produktion“ durch sparsamen und effizienten Umgang mit den Produktionsfaktor.
  • Die hohe Effizienz in der Produktion wird zugleich zu einer Verbesserung der Produktqualität genutzt.
  • Lean Production konzentriert sich auf die Herstellung und lässt dadurch absatzpolitische Aspekte unberücksichtigt.

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