Mit dem magischen Viereck bezeichnen Wirtschaftswissenschaftler die vier zentralen Ziele jeder Wirtschaftspolitik:

  1. Stabiles Preisniveau mit geringer Inflation (Geldwertstabilität)
  2. Hoher Beschäftigungsgrad und geringe Arbeitslosigkeit
  3. außenwirtschaftliches Gleichgewicht ohne wesentliche Außenhandelsüberschüsse bzw. -defizite
  4. stetiges Wirtschaftswachstum

Diese Ziele sind unter anderem im deutschen Stabilitätsgesetz von 1967 festgeschrieben. In der Regel werden die genannten Ziele als gleichrangig angesehen. Ein Gleichgewicht ist jedoch nur mit magischen Kräften zu erreichen, denn die vier Ziele können untereinander inkongruent sein, sodass Zielkonflikte entstehen.

Stabiles Preisniveau

Die Preisstabilität gibt Auskunft über die Veränderung der Preise im Zeitverlauf. Steigen die Preise stark spricht man von Inflation, sinkende Preise werden als Deflation bezeichnet. Traditionell wird eine Inflation von 0 bis 2 Prozent als Zielwert angesehen, auch wenn viele Wirtschaftswissenschaftler eine höhere Inflationsrate fordern.

Geringe Arbeitslosigkeit

Mit der Arbeitslosenquote wird gemessen, wie viele erwerbsfähige- und willige Menschen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Eine Arbeitslosenquote zwischen 0,7 und 3 Prozent gilt als volkswirtschaftlicher Idealwert. Er wird in den meisten Industrienationen jedoch nicht erreicht.

Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Ein Gleichgewicht im Außenhandel stellt sich ein, wenn Importe und Exporte sich die Waage halten. Im Idealfall werden also ebenso viele Waren exportiert wie importiert.

Wirtschaftswachstum

Das vierte zentrale Ziel im magischen Viereck ist das Wirtschaftswachstum. Es gemessen an der realen Zunahme des Bruttonationaleinkommens bzw. des Bruttoinlandsprodukts. Als ideal gilt ein Wachstum von 3 bis 4 Prozent.

Widersprüche der Ziele macht Prioritäten notwendig

Die Zielen können in einem Zielkonflikt zueinander stehen. Eine Ankurblung der Wirtschaft durch Senkung der Zentralbankzinsen birgt beispielsweise die Gefahr, dass die Inflation steigt. Ein anderer Konflikt besteht zwischen dem Außenhandel und dem Arbeitsmarkt, denn sehr viele Arbeitsplätze sind von einem starken Export abhängig.

Wirtschaftspolitik muss im magischen Viereck also immer Prioritäten setzen. Ein besonders deutliches Beispiel ist die Europäische Zentralbank. Sie ist per Gesetz vorrangig das Ziel der Geldwertstabilität verpflichtet.

Das Wichtigste auf einem Blick

  • Mit dem magischen Viereck werden vier zentrale Ziele der Wirtschaftspolitik zusammengefasst.
  • Die Ziele sind: Preisstabilität, Wirtschaftswachstum, geringe Arbeitslosigkeit und ausgeglichener Außenhandel.
  • Die Ziele können im Widerspruch zueinander stehen.

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