Als Mahnverfahren bezeichnet man ein vereinfachtes Verfahren zur Geltendmachung von Geldansprüchen. Der Antrag wird im Auftrag des Gläubigers gegen den oder die Schuldner ohne mündliche Verhandlung durchgeführt. Es können dabei nur Ansprüche geltend gemacht werden, die auf die Zahlung bestimmter Geldsumme in Euro basieren. Gemeinhin unterscheidet man zwischen außergerichtlichen und gerichtlichen Mahnverfahren.

Grafik: Mahnverfahren erklärt

Mahnverfahren

Das Vorgehen des außergerichtlichen Mahnverfahrens

Außergerichtliche oder kaufmännische Mahnverfahren bezeichnen solche Verfahren, die ohne Einschaltung des Gerichts, den Verkäufer zur ausstehenden Zahlung treiben wollen. Aus Beweissicherungsgründen sollte die Mahnung schriftlich verfasst werden und auf die Forderung und den überfälligen Termin hinweisen.

  • Zahlungserinnerung: Diese wird meist nach 14 Tagen nach Überschreitung des Fälligkeitstages verschickt. Sie enthält eine Erinnerung in Form einer Rechnungskopie oder eines Kontoauszugs.
  • 1. Mahnung: Diese wird nach erneuten zwei Wochen verschickt und enthält eine nochmalige Zahlungserinnerung.
  • 2. Mahnung: Nach erneuten 14 Tagen wird die zweite Mahnung verschickt und enthält eine nachdrückliche Erinnerung mit dem Hinweis auf die möglichen Folgen einer Nichtzahlung.
  • 3. Mahnung: Ist die Zahlung nach weiteren acht Tagen nicht eingegangen, wird eine dritte und letzte Mahnung verschickt, die einen letzten Zahlungstermin angibt und die Androhung eines Mahnbescheids, einer gerichtlichen Mahnung, enthält.

Gerichtliches Mahnverfahren und der Mahnbescheid

Der Mahnbescheid ist die Aufforderung an den Schuldner, die geforderte Summe zu zahlen oder sich vor Gericht zu verteidigen. Reagiert der Schuldner nicht auf das außergerichtliche Mahnverfahren, kann der Gläubiger einen Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides beim jeweiligen Amtsgericht stellen. Daraufhin wird das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet.

  • Mahnung von Amtswegen: Hier wird der Schuldner aufgefordert, die geforderte Summe innerhalb von zwei Wochen zu bezahlen oder einen Widerspruch zu erheben. Das Amtsgericht ist nicht dafür zuständig, die Richtigkeit des Anspruchs zu überprüfen.
  • Zahlung der ausstehenden Rechnung: Zahlt der Schuldner den Betrag und sämtliche Verfahrenskosten, wird das Verfahren eingestellt.
  • Widerspruch des Schuldners: Bei einem mündlichen oder schriftlichen Widerspruch des Schuldner binnen zwei Wochen kommt es zu einem Zivilprozess.
  • Keine Handlung des Schuldners: Falls der Schuldner nach dem Erhalt des Mahnbescheids nicht handelt, kann der Gläubiger einen Vollstreckungsbescheid beim Amtsgericht innerhalb von sechs Monaten beantragen.

Zwangsvollstreckung

Dieser Vorgang bezeichnet die Pfändung mittels eines Vollstreckungsbeamten. Verwertbare Gegenstände werden mit einem Pfandsiegel versehen und nach einer Schonfrist von 7 Tagen versteigert. Der Erlös abzüglich der Versteigerungskosten bis hin zur Höhe der Forderung kommt dem Gläubiger zu.

Alles auf einen Blick

  • Das Mahnverfahren dient zur Geltendmachung von Geldansprüchen
  • Zwei Arten des Mahnverfahrens: Außergerichtlich und Gerichtlich
  • Bei Nichtzahlung erfolgt schlussendlich eine Zwangsvollstreckung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *