Eine Nachfrageinflation, auch „Demand Pull Inflation“ genannt, ist eine Form der Inflation, bei der durch eine erhöhte Nachfrage nach bestimmten Gütern oder Leistungen eine Preissteigerung ausgelöst wird. Wenn die volkswirtschaftliche Nachfrage nach Gütern das Angebot übersteigt und gleichzeitig jedoch Vollbeschäftigung herrscht – die Unternehmen also durch eine Produktionsausweitung die überhöhte Nachfrage kurzfristig nicht befriedigen können, erhöhen sich die Preise der geforderten Güter.

Video: Was ist Inflation und welche Arten der Inflation gibt es

Ursachen und Arten der Nachfrageinflation

Die Ursache für einen Anstieg des Preisniveaus kann in jeder wirtschaftlichen Nachfrage-Komponente begründet sein.

  • Konsuminflation: Bei gleichbleibendem Angebot, erhöht sich die Nachfrage der privaten Konsumenten.
  • Investitionsinflation: Als Folge einer steigenden Nachfrage werden die Investitionen in neue Kapazitäten erhöht, um die Nachfrage zu befriedigen. Dadurch entsteht wiederum eine erhöhte Investitionsgüter-Nachfrage. Diese steigen dann ebenfalls im Preis an.
  • Staatsnachfrageinflation: Steigende Nachfrage und Ausgaben des Staats für Waren- und Dienstleistungen.
  • Importierte (Nachfrage)Inflation: Inflationsursache liegt in dauerhaft hohen Exportüberschüssen oder in der Abhängigkeit zu einem Rohstoffgeber, da ein Land dauerhaften internationalen Preisschwankungen bei Rohstoffen ausgesetzt ist.

Verbreiteteste Arten der Nachfrageinflation

  • Staatsnachfrage-Inflation: Diese Form der Inflation fußt auf einer vom Staat abhängigen Geldpolitik und hat ihren Ursprung in vergleichsweise umfassenden Ausgaben des Staates.
  • Importierte Nachfrageinflation: Höhere Inflationsrate des Auslandes sorgt dafür, dass die Preise des Inlandes niedriger als im Ausland sind. Dies führt zu einem Exportüberschuss des Inlandes. Ist allerdings die Nachfrage des Auslandes so hoch, dass die Produktionsmöglichkeiten des Inlandes diese nicht befriedigen können, steigen auch im Inland die Preise an.

Maßnahmen zur Bekämpfung

Im Allgemeinen wird bei einer Nachfrageinflation die Nachfrage in der Hochkonjunktur durch kontraktive Maßnahmen gedrosselt. Kontraktive Maßnahmen sind solche, die eine Verminderung der vorhandenen Geld- und Kreditmenge in einer Volkswirtschaft herbeiführen, z.B. durch:

  • Reduzierung der Nachfrage des Staates und Verschiebung auf schwächere Konjunkturphase
  • eine Erhöhung der Steuersätze
  • eine beschränkte Kreditvergabe

Nachfrageinflation – Zusammenfassung:

  • Nachfrageinflation entsteht durch eine nichtbefriedigte Nachfrage nach Gütern und Leistung bei Vollbeschäftigung
  • Es gibt vier Arten der Nachfrageinflation
  • Bekämpft wird die Nachfrageinflation durch kontraktive Maßnahmen

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