Opportunitätskosten sind Kosten, die entstehen, wenn man Kapital, Zeit und Arbeit investiert und dabei eine andere Möglichkeit, diese Produktionsfaktoren einzusetzen, nicht nutzt. Opportunitätskosten werden daher auch als Alternativkosten bezeichnet und als kalkulatorische Kosten in der Kostenrechnung berücksichtigt.

Entstehung von Opportunitätskosten

Opportunitätskosten entstehen grundsätzlich immer dann, wenn Ressourcen für einen bestimmten Zweck eingesetzt werden, weil im Moment des Einsatzes der Ressourcen eine andere Verwendung nicht mehr stattfinden kann. Deutlich wird dieser Zusammenhang mit einfachen Beispiel: Wird Geld dafür aufgewendet, um ein Auto zu kaufen, so kann das Geld nicht mehr an der Börse angelegt werden.

Die Zinsen, die potentiell durch die Geldanlage an der Börse erwirtschaftet werden könnten, sind die Opportunitätskosten des Autokaufes. Am Kapitalmarkt entstehen Opportunitätskosten, wenn das beispielsweise in Staatsanleihen angelegte Geld auf dem Aktienmärkten höhere Zinsen erzielen könnte.

Beim Produktionsfaktor Arbeit ergeben sich hohe Opportunitätskosten, wenn Arbeitszeit für wenig produktive Zwecke eingesetzt wird. So verursacht eine umfangreiche Bürokratie in der Regel hohe Opportunitätskosten. Denn die Arbeitszeit und die materiellen Ressourcen, die in die Verwaltung investiert werden müssen, stehen für andere produktive Zwecke nicht zur Verfügung. Folglich wird vergleichsweise wenig produziert und die Erlöse sind gering, die Opportunitätskosten sind hoch.

Opportunitätskosten als Messinstrument für Wirtschaftlichkeit

Opportunitätskosten geben Auskunft über die Wirtschaftlichkeit einer Unternehmung. Durch die Einbeziehung der Opportunitätskosten als kalkulatorische Kosten in die Kostenrechnung ist es möglich, den tatsächlichen Einsatz von Ressourcen und den tatsächlichen Ertrag mit einer Situation zu vergleichen, in die Ressourcen für einen anderen Zweck eingesetzt werden.

So kann die Berechnung von Opportunitätskosten Überlegungen anzustoßen, ob und wie Ressourcen effektiver eingesetzt werden können. Bei extrem hohen Opportunitätskosten sollte zudem das Geschäftsmodell überdacht werden. Da Opportunitätskosten aber nicht durch tatsächliche Zahlungen beglichen werden müssen, beeinflussen sie als Kostenfaktor jedoch nicht die Buchhaltung und die Bilanz eines Unternehmens.

Das Wichtigste auf einem Blick

  • Immer wenn Ressourcen eingesetzt werden, entstehen Opportunitätskosten, weil die Ressourcen nicht für andere Zwecke eingesetzt werden können.
  • Opportunitätskosten entstehen beim Einsatz aller Produktionsfaktoren.
  • Diese Kosten geben Auskunft über die Wirtschaftlichkeit einer Unternehmung ohne sich unmittelbar im Betriebsergebnis niederzuschlagen.

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