Als Produktionsfaktoren werden alle notwendigen materiellen und immateriellen Voraussetzungen definiert, die für die Herstellung von Gütern und Waren verwendet werden müssen. Sie unterteilen sich in Elementarfaktoren wie Arbeit, Werkstoffe und Betriebsmittel sowie dispositive Faktoren, die die administrativen Aufgaben Planung, Leitung, Organisation und Kontrolle beinhalten.
Produktionsfaktoren

Definition nach Erich Gutenberg

Die moderne Auslegung der Produktionsfaktoren geht auf den Wirtschaftswissenschaftler Erich Gutenberg zurück und unterscheidet sich in der Betriebswirtschaft von den älteren Ansätzen in der Volkswirtschaft, die auf Adam Smith zurückgeführt werden können. Dieser legte als fundamentale Faktoren Arbeit, Boden und Kapital fest. In neuerer Zeit wurden diese um die Faktoren Energie und Wissen erweitert. In der BWL umfassen die Produktionsfaktoren hingegen die für das Produkt verwendeten Werkstoffe, die für die Herstellung notwendigen Betriebsmittel, die Ausführung oder menschliche Arbeit und die dispositiven Faktoren.

Der Unterschied zwischen elementaren und dispositiven Faktoren

Sämtliche für die Produktion aufgewandten Mittel werden in den Elementarfaktoren zusammengefasst. Ihnen stehen die dispositiven Faktoren gegenüber, die die Planung, Organisation, Leitung und Überwachung des Produktionsprozesses beinhalten. Innerhalb eines Unternehmens repräsentieren sie die planerische und operative Verwendung der Elementarfaktoren und werden für eine optimale Kombination aller Faktoren benötigt. Es handelt sich hier ausschließlich um immaterielle Güter, die die Basis für einen laufenden Prozess und für die Inbetriebnahme neuer Linien bilden.

Elementarfaktoren und ihre Unterteilung

Die Elementarfaktoren können auf unterschiedlichen Ebenen unterschieden werden. Auf dem untersten Niveau werden alle verwendeten Materialien und die Arbeit erfasst. Im einzelnen werden die Werkstoffe – also die für das Produkt direkt verwendeten Rohstoffen, die Hilfsstoffe und die Betriebsstoffe – und die Betriebsmittel unterschieden. Diese schließen die materielle Infrastruktur – z. B. Werkshallen, Gebäude, Anlagen oder Kapital – und immaterielle Voraussetzungen wie Rechte, Patente, Lizenzen sowie das für die Verarbeitung notwendige Know-how mit ein. In Verbindung mit der Arbeit bilden die Betriebsmittel die sogenannten Potenzialfaktoren. Alle Faktoren, die im laufenden Betrieb verbraucht oder umgewandelt werden, werden demgegenüber den Repetierfaktoren oder Verbrauchsfaktoren zugeordnet. Im wesentlichen sind diese identisch mit den Werkstoffen.

Kritik am Modell nach Gutenberg

Ein Nachteil des von Gutenberg entwickelten Modells ist, dass es speziell auf Industriebetriebe zugeschnitten ist. Die Wertschöpfung innerhalb der Dienstleistungsbranche lässt sich hingegen nur eingeschränkt wiedergeben. Mit der steigenden Bedeutung des tertiären Sektors wurden deshalb Erweiterungen notwendig, die unter anderem spezielle Szenarien für den Handel, Banken oder für Informationsunternehmen beinhalten.

Zusammenfassung

  • Produktionsfaktoren beinhalten alle für die Herstellung benötigten Voraussetzungen
  • Elementarfaktoren werden direkt für die Produktion verwendet
  • Elementarfaktoren teilen sich in Repetier- und Potenzialfaktoren
  • Dispositive Faktoren sind immateriell und bezeichnen die Verwendung und den Aufwand innerhalb eines Unternehmens

Video: Produktionsfaktoren, Produktpolitik & Produktlebenszyklus

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