Das reale BIP bezeichnet ein Bruttoinlandsprodukt, das – im Gegensatz zum nominalen BIP – unabhängig von Preisschwankungen betrachtet werden kann. Dabei werden für die Berechnung sämtliche Waren und Dienstleistungen anhand definierter Preise bewertet, die sich auf ein ausgewähltes Basisjahr beziehen. Mit anderen Worten steht das reale BIP für das Bruttoinlandsprodukt bei konstanten Preisen, das nicht von Deflation oder Inflation beeinflusst wird.

Video

Nominales Bruttoinlandsprodukt

Üblicherweise gilt das nominale BIP als gängige Form und dient der Ermittlung von Leistungsfähigkeit und Wertschöpfung eines Staates oder einer bestimmten Region. Das nominale BIP ist dabei von Veränderungen des Preisindexes abhängig, sodass das Ergebnis bei Deflation kleiner ausfällt und bei einer Inflation ansteigt. Dieser Umstand verzerrt die Aussagekraft des nominalen BIPs einer betrachteten Volkswirtschaft und hat zur Folge, dass beim Vergleich zweier Länder das Ergebnis ungenau wird. Besonders deutlich wird diese Verzerrung beim Vergleich des nominalen BIPs von Industrie- und Entwicklungsländern, da Inflationen in Entwicklungsländern häufig stärker auftreten.

Reales Bruttoinlandsprodukt und Beziehung zur nominalen Berechnung

Das reale BIP bezieht sich bei der Berechnung auf fixe Marktpreise innerhalb eines Basisjahres und liefert so genauere Auskünfte über die Wertschöpfung einer Volkswirtschaft. Grundvoraussetzung für die Ermittlung des realen BIPs ist die Kenntnis über die Preissteigerungsrate im Bezug auf das ausgewählte Basisjahr. Reales und nominales BIP sind durch eine Formel direkt miteinander verknüpft: Um das reale BIP zu errechnen, muss das nominale BIP durch den gegebenen Preisindex dividiert werden und anschließend – für eine prozentuale Darstellung – mit dem Faktor 100 multipliziert werden. Eine weitere Beziehung zwischen den beiden Größen besteht in der Berechnung des BIP-Deflator, der auch als impliziter Preisindex bezeichnet wird und aus dem Quotienten von nominalen und realen BIP gebildet wird.

Kennziffer Basisjahr

Die für das reale BIP notwendige Größe des Basisjahres bezog sich bis 2005 in Deutschland auf das Jahr 1995 und wurde danach durch die Vorjahrespreismethode ersetzt. Bei dieser Methode werden die Preisanstiege einzelner Jahre miteinander rechnerisch verkettet, sodass die Preisindizes mehrerer Jahre zusammengefasst dargestellt werden können.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Das nominales BIP wird stark beeinflusst durch Inflation und Deflation
  • Das reale BIP bezieht sich auf den konstanten Preisindex eines Basisjahres
  • Das reale BIP errechnet sich aus der Division von nominalem BIP und Preisindex des Basisjahres
  • Der Quotient aus nominalen und realen BIP bezeichnet den BIP-Deflator
  • Seit 2005 wird für die Ermittlung des Preisindexes in Deutschland die Vorjahresmethode angewendet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *