Rechtsformen

Als Rechtsform bezeichnet man die rechtliche Organisationsform eines Unternehmens. Durch Gesetze wird der rechtliche Rahmen einer Gesellschaft festgesetzt, der mit bestimmten Strukturmerkmalen verbunden ist und bestimmt, wie die Gesellschaft am Wirtschaftsleben teilnimmt. Bereits durch die Firmierung eines Unternehmens (z. B. GmbH oder OHG) kann man wesentliche Eigenschaften der Gesellschaft ableiten.

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Rechtsformen Übersicht

Gegenwärtig sind in Deutschland 14 Rechtsformen (ohne Mischformen) zulässig. Sowohl im deutschen Wirtschaftsrecht, als auch im internationalen unterscheidet man in Rechtsformen des Privatrechts (private law) und den öffentlichen Rechtsformen (public law).

Das Privatrecht unterscheidet in Personen- und Kapitalgesellschaften:

Personengesellschaften:

  • Verein
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (BGB-Gesellschaft)
  • Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV)
Kapitalgesellschaften:

  • Aktiengesellschaft (AG)
  • Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Societas Europaea (SE)

Im öffentlichen Recht gibt es fünf Rechtsformen:

  • Regiebetrieb (ursprüngliche Rechtsform der öffentlichen Hand)
  • Eigenbetrieb
  • Anstalt des öffentlichen Rechts
  • Körperschaft des öffentlichen Rechts
  • Öffentliche Stiftung

Personengesellschaften

Eine Personengesellschaft entsteht dann, wenn sich mindestens zwei natürliche Personen oder/und juristische Personen für die Zielgabe eines gemeinsamen Zwecks zusammenschließen. Prinzipiell ist die Personengesellschaft keine juristische Person, kann aber dennoch Träger von Rechten und Pflichten sein. Die Gewinne einer Personengesellschaft werden nach dem sogenannten Transparenzprinzip besteuert. Im Unterschied zur Kapitalgesellschaft haften die Gesellschafter einer Personengesellschaft unbeschränkt, also mit dem Gesellschaftsvermögen und ihrem Privatvermögen.

Kapitalgesellschaften

Die Kapitalgesellschaft ist eine juristische Person, welche durch den Gesellschaftsvertrag zustande kommt. Sie ist eine Körperschaft des privaten Rechts, deren Mitglieder einen gemeinsamen, zumeist wirtschaftlichen, Zweck verfolgen. Die Kapitalgesellschaft ist durch gesetzlich festgesetzte Kapitalaufbringungs- und Kapitalerhaltungsvorschriften gekennzeichnet.

Öffentliche Rechtsformen

Öffentliche Betriebe sind entweder ganz oder nur teilweise Eigentum der öffentlichen Hand (z.B. Bund oder Länder). Ihre Ziele und Bestrebungen unterscheiden sich oft erheblich von denen der privaten gewinnorientierten Unternehmungen. Die öffentlichen Rechtsformen können beispielsweise an der Versorgung der Bevölkerung mit Infrastruktur und Dienstleistungen oder an der Bereitstellung von sozialen und kulturellen Gütern (etwa Altenheime oder Museen) interessiert sein.

Das wichtigste auf einen Blick

  • Die Rechtsform ist die rechtliche Organisationsform eines Unternehmens
  • Man unterschiedet in Rechtsformen des Privatrechts und des öffentlichen Rechts
  • Das Privatrecht unterscheidet nochmal in Personengesellschaften (Verein, OHG, KG, BGB-Gesellschaft, EWIV) und Kapitalgesellschaften (AG, KGaA, GmbH, SE)
  • Rechtsformen des öffentlichen Rechts sind Regiebetrieb, Eigenbetrieb, Anstalt des öffentlichen Rechts, Körperschaft des öffentlichen Rechts und öffentliche Stiftung

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