Die Sekundärforschung, auch Sekundärerhebung oder englisch desk research genannt, bezeichnet die Sammlung, Verarbeitung und Interpretation von bereits existierenden Daten. Ein Unternehmen kann auf betriebsinterne Quellen wie Statistiken und Kostenrechnungen, Reklamationen und Schriftverkehr mit ihren Kunden zurückgreifen. Zudem können zahlreiche betriebsexterne Quellen verwendet werden.

Unternehmensexterne Quellen:

  • Amtliche Statistiken
  • Veröffentlichungen von Organisationen der Wirtschaft, Instituten der Wirtschaftswissenschaften und des Kreditwesens und der Medienwirtschaft
  • Informationen von Info-Brokern
  • Verbände
  • Verlage
  • Messebesuche
  • Gutachten
  • Geschäftsberichte, Firmenzeitungen und Kataloge

Unternehmensinterne Quellen:

  • Umsatzstatistiken
  • Kostenrechnung
  • Lager- und Kundenstatistiken
  • Reklamationsstatistik
  • Absatzzahlen
  • Berichte von Außendienstmitarbeiter
  • Eigene Archive und frühere Primärerhebungen

Ziele einer Sekundärforschung

  • Erhebung von Erstinformationen dient als Grundlage für weitere Untersuchungen
  • Erhebung von Ersatzinformationen
  • Ergänzung erhobener Daten durch die Erhebung von Zusatzinformationen
  • Absicherung bereits erhobener Daten durch die Erhebung von Kontrollinformationen
    Anforderungen an die gewonnen Informationen
  • Relevanz: Sind die gewonnen Daten wichtig für das Vorhaben des Unternehmens?
  • Vollständigkeit: Wurden alle Aspekte berücksichtigt?
  • Objektivität: Sind alle subjektiven Einflüsse eliminiert worden?
  • Zuverlässigkeit/Reliabilität: Kann sich das Unternehmen auf die gewonnen Informationen stützen?
  • Aktualität/Validität: Kann man die Daten als aktuell bezeichnen, sodass sie heute noch verwendet werden können?
  • Kosten-Nutzen-Faktor: Stimmt der Aufwand mit der Leistung und dem Ergebnis überein? Welcher wirtschaftliche Nutzen kann aus den Ergebnissen gezogen werden?

Methoden einer Sekundärforschung

  • Mind-Maps
  • Inhaltsanalyse
  • Verfahren der multivariaten Datenanalyse: mehrere statistische Variablen oder Zufallsvariablen werden zugleich untersucht

Vorteile einer Sekundärforschung

  • Minimaler Kosten- und Zeitaufwand
  • Unterstützung der Primärforschung
  • Schneller Einblick in verschiedene Untersuchungsgebiete

Nachteile einer Sekundärforschung

  • Keine Exklusivität, auch andere Marktforscher haben Zugang zu Daten
  • Nur Ergebnisse und nicht die Daten stehen zur Verfügung
  • Kaum Vergleichsmöglichkeiten, da unterschiedliche Erhebungen genutzt wurden
  • Kaum Aktualität möglich
  • Stark komprimierte Daten

Zusammenfassung

  • Die Sekundärforschung bezeichnet die Sammlung, Verarbeitung und Interpretation von bereits existierenden Daten.
  • Ein Unternehmen kann dabei auf betriebsinterne und – externe Daten zurückgreifen.
  • Ziel ist die Erhebung von Erst-, Ersatz-, Zusatz- und Kontrollinformationen.
  • Anforderungen an die Sekundärforschung: Relevanz, Vollständigkeit, Objektivität, Zuverlässigkeit, Aktualität und der Kosten-Nutzen-Faktor.
  • Vorteile sind die Schnelligkeit sowie der geringe Kosten- und Zeitaufwand
  • Nachteile sind die fehlende Exklusivität und Aktualität

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