Das englische Wort Stakeholder bedeutet „Teilhaber“. Es meint externe oder interne Personengruppen, die ein wirtschaftliches, finanzielles oder ideelles Interesse am positiven Verlauf eines Projektes oder eines unternehmerischen Prozesses haben.

Verschiedene Anspruchsgruppen

In unternehmerische Prozesse sind stets viele Personengruppen involviert. Bei diesen sogenannten Stakeholdern unterscheidet man zwischen externen und internen Anspruchsgruppen. Zu den externen Anspruchsgruppen gehören:

  • Aktionäre/Kapitalgeber: Ihr Interesse besteht darin, ihr Kapital sicher und gewinnbringend anzulegen.
  • Zulieferer: Zulieferer brauchen zahlungsfähige und zuverlässige Abnehmer, um selbst Erfolg zu haben.
  • Kunden: Kunden wünschen ein qualitativ hochwertiges Produkt oder eine Leistung zu guten Konditionen.
  • Konkurrierende Unternehmen: Sie brauchen eine stabile Marktsituation und wollen Ihre Branche stärken.
  • Gesellschaft und Staat: Dazu gehören Institutionen, Behörden, Parteien, Bürgergruppen und Organisationen.
Bei dieser großen Anspruchsgruppe geht es letztlich um das Interesse an einer stabilen und funktionierenden Gesellschaft. Dazu gehören eine gut ausgebaute Infrastruktur, ein geregelter Arbeitsmarkt, der Erhalt von Natur und Umwelt, hohe Steuereinnahmen, gut funktionierende Bildungseinrichtungen und kulturelle und wissenschaftliche Weiterentwicklung.

Interne Anspruchsgruppen

Noch wesentlich direkter betroffen vom Gelingen eines Unternehmens sind die internen Anspruchsgruppen. Zu Ihnen gehören an erster Stelle natürlich die Eigentümer und Unternehmer selbst. Sie haben ein starkes Interesse daran, dass Ihr Unternehmen erfolgreich ist. Sie streben Gewinne an und wollen erwirtschaftetes Kapital in die Expansion ihres Unternehmens investieren. Sie wollen ihre Ideen entfalten und ein Lebenswerk schaffen, das ihnen Macht, Prestige und Einfluss gewährleistet.

Eng an die Gruppe der Eigentümer ist die Anspruchsgruppe der Manager gebunden. Auch sie haben ein begründetes Interesse am Erfolg des Unternehmens, der auch ihr eigener beruflicher und finanzieller Erfolg ist. Eine weiter interne Anspruchsgruppe ist schließlich die der Mitarbeiter des Unternehmens. Ihr Arbeitsplatz und Verdienst hängt ganz entscheidend vom Erfolg ihres Arbeitgebers ab. Im Idealfall definieren sie sich als Teil des Unternehmens. Hier finden die meisten sozialen Kontakte statt. Sie können ihre eigenen Fähigkeiten sinnvoll entfalten und werden dafür anerkannt.

Ein weitreichendes Konzept

Mit dem Stakeholder-Konzept berücksichtigt ein Unternehmer nicht nur die Interessen seiner Anteilseigner, der sogenannten Shareholder. Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis, dass ein Unternehmen ohne Stakeholder nicht überlebensfähig sein kann. Somit vertritt ein Unternehmen letztlich das Interesse der gesamten Gesellschaft inklusive seiner Mitarbeiter, Geschäftspartner, Kunden und Institutionen außerhalb des Unternehmens, die alle vom Erfolg des Unternehmens profitieren.

Zusammenfassung

  • Stakeholder sind alle Personengruppen, die Interesse am positiven Verlauf eines unternehmerischen Prozesses haben
  • sie werden in externe und interne Anspruchsguppen unterteilt
  • das Stakeholder-Konzept berücksichtigt gesamtgesellschaftliche Interessen, indem es über das Shareholder-Konzept hinausgeht

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